Standort

Geschichtliche Hintergründe

Das heutige Neufeldquartier war ursprünglich als «Vehweid» bekannt, erstmals 1577 urkundlich erwähnt. Bis 1714 wurde das Gebiet regelmässig überschwemmt und nur als Weideland genutzt. Vor dem 19. Jahrhundert gab es dort nur einzelne Bauernhöfe. Ab den 1880er-Jahren entwickelte sich das Neufeldquartier zu einem Arbeitervorort. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden vor allem Arbeiter- und Einfamilienhäuser entlang der Hauptachsen. 1959 wurde das Neufeldschulhaus, 1970 das Schulhaus Talacker eröffnet.

Ab den 1950er-Jahren erlebte das Neufeld einen Bauboom mit zahlreichen Einfamilienhäusern und Blocksiedlungen. 1962 eröffnete das Restaurant Neufeld, 1974 kamen die ersten Thuner Hochhäuser am Meisenweg hinzu. 1971 brachte der Autobahnanschluss Thun Süd wichtige Impulse. 

Zwischen 1943 und 1960 entwickelten sich mit städtischer Unterstützung diverse Wohnbaugenossenschaften, drei davon im Neufeld-Quartier. Ausserdem entstand 1944 die Gemeindesiedlung Neufeld für sozial schwächere Familien. Diese einfach gestalteten Wohnungen, besassen neben eigenen Pflanzplätzen, auch eine Küche und ein WC. Zum Baden musste man allerdings jeweils ins Gemeinschaftsbad im Keller. 

Am Donnerstagmorgen, dem 3. November 1977, wurde um 8.00 Uhr das für damalige Verhältnisse gigantische Zentrum Oberland nach 24 Monaten Bauzeit eröffnet. Der mit seiner charakteristischen orangen Fassade dominante Neubau prägte das Quartier nachhaltig. Im Selbstbedienungsrestaurant im ersten Stock hatte es drei Gaststuben, eine davon war rauchfrei. Dies war das erste Nichtraucher-Restaurant von Thun. Das Zentrum besass ausserdem eine eigene Bäckerei, sowie eine Fischabteilung. Die Eröffnung stiess bei den Thuner Detailhändlern auf gemischte Reaktionen und führte zu einem 6% Anstieg des Stromverbrauchs der Stadt Thun. 2010 wurde das Zentrum abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Nachdem 1933 die erste innerstädtische Buslinie ihren Betrieb aufnahm, welche zum Strandbad im Dürrenast führte und so den Grundstein für den Städtischen Autobusbetrieb Thun (SAT) legte, bekam ab 1947 auch das Neufeldquartier eine eigene Buslinie.

Hochhaus Neufeld, Meisenweg (1960)
Gemeindewohnsiedlung Neufeld (ca. 1950)
Restaurant Neufeld

Mehr Bilder und Informationen unter: https://thunensis.com/neufeld-bei-thun/