
Geschichtliche Hintergründe
Die erste urkundliche Erwähnung von Allmendingen stammt aus dem Jahr 1287. Der Name könnte entweder auf eine alemannische Siedlung eines Sippenführers namens “Alawand” zurückgehen oder von der Geländebezeichnung “Allmend” stammen. Vor der Einleitung der Kander in den Thunersee im Jahr 1714 war das Gebiet oft überschwemmt und ertragsschwach. Seit 1589 wurde Wasser von der Kander und seit 1997 vom Glütschbach zur Bewässerung und Trinkwasserversorgung genutzt.
Bis ins 19. Jahrhundert war die Landwirtschaft dominierend, und viele Bewohnende waren arm und wanderten aus. Der Bau der eidgenössischen Militärbetriebe und die Selve-Werke brachte eine Wende und so entstanden die sogenannten Rucksackbauern: Menschen, die zu Fuss oder mit dem Fahrrad tagsüber in die Stadt zur Arbeit gingen und abends ihre kleinen Bauernbetriebe mit ein paar wenigen Kühen, Schafen oder Ziegen versorgten. Das Mittagessen nahmen sie dann jeweils in ihren Rucksäcken mit.
Ursprünglich hatte Allmendingen drei Restaurants, von denen heute nur noch ein einziges existiert: Das Restaurant Kreuz. Ausserdem gab es eine Milchhandlung, zwei Bäckereien sowie eine Metzgerei. Die Post wechselte mehrmals den Standort und befindet sich heute in einem Secondhand-Buchladen.
Die Schulkinder mussten früher den weiten Weg nach Schoren gehen. 1840 wurde in Allmendingen dann erstmals eine Schulstube eröffnet, und 1843 folgte das erste Schulhaus. Ein neues Schulhaus wurde 1903 gebaut, ein weiteres 1965, wobei dadurch ein altes Wahrzeichen, die Ziegelhütte, abgerissen werden musste. 1984 wurde das Schulhaus mit einer Mehrzweckhalle erweitert. Der FC Allmendingen spielte 1943 erstmals Fussball.
Ab den 1980er Jahren wandelte sich Allmendingen von einem Bauerndorf zu einem Dorf mit Industriegebieten. 1995 wurde ein neues Kirchgemeindehaus eröffnet, 1997 der größte Massivholzbau der Schweiz für «Kensai-Karate-Do» und 2001 ein Golfplatz auf der Burgerallmend.
Der Bau der Autobahn 1970/71 war umstritten, da sie einige Bauernbetriebe zerschnitt. Allmendingen war in der römischen Zeit ein kultisches Zentrum mit sieben kleinen Tempeln, dessen Überreste jedoch von einer Übungs-Golfanlage überdeckt wurden. Eine Informationstafel erinnert seit 2022 an die historische Bedeutung.



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